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Dienstag, 20. September 2016

Kopfsache - selbstgenähte Hüte und Mützen Teil 07

Seit Ende Juli nähe ich immer wieder Projekte aus dem Buch „Chapeau – 25 Nähprojekte für Hüte, Mützen, Kopfschmuck und mehr (Edition, Michael Fischer)“, mit dem Ziel wenigstens die Hälfte der Modelle zu nähen. In dieser Woche habe ich mich mangels Zeit und akuter Stoffknappheit für ein simples Recycling-Projekt entschieden.



Der Sonnenschild (ja, so heißt diese Art der Kopfbedeckung tatsächlich, auch wenn ich da SiFi im Kopf habe) besteht aus einem alten Hemdstoff, Einlage und Bügelvlies.

Bei einer der letzten Einkaufstouren bin ich im Bekleidungsgeschäft an den Accessoires vorbei gelaufen und einer Baseball-Kappe begegnet, die ein fast identisches Streifenmuster hatte. Schnell war ein Erinnerungsbild geknipst, damit mir die Idee nicht abhanden kommt. Gestern dann hab ich das Hemd aus meiner Recycling-Kiste hervorgesucht und die Schnittteile zugeschnitten. Dabei musste ich ein bisschen schummeln, um die Länge der Bindebänder zu erreichen musste ich für Vorder- und Rückseite je zwei Hemdstreifen zusammenfügen. Da hieß es ganz genau arbeiten, damit die feinen blauen und weißen Streifen auch exakt aufeinander treffen.







Während die Bindebänder nur durch eine zusätzliche Lage weißen Baumwollstoff verstärkt sind, haben beide Seiten des Schirms eine kräftige Bügelvliesauflage. Auch beim Zusammensetzen des Schirms hab ich mich um Genauigkeit bemüht.

Nachdem die Anleitung meiner Meinung nach sehr viel komplizierteres Verfahren vorschlägt, habe ich Band und Schirm einfach nach meiner mehr oder weniger bewehrten „Frei Schnauze“- Methode vernäht. Dazu habe ich das Band bis auf eine Wendeöffnung (groß genug für den Schirm) geschlossen, das Band auf rechst gewendet und gebügelt. Den Schirm hab ich anschließend rechts auf rechts an den oberen, offenen Bandteil genäht, die Naht sollte dabei knapp über der gebügelten Wendekante angesetzt werden. Dann den Schirm nach vorne drehen, so dass die Nahtzugabe von Schirm und Bandkante im Band verschwinden. Zum Schluss die untere Bandseite wieder entlang der gebügelten Wendekante einschlagen, alle drei Lagen zusammenstecken von oben knappkantig absteppen – fertig. Es geht auch ganz anders und noch einfacher, aber zielführend war auch meine Methode.




Weil ich die Stückelnaht der Bindebänder in die Mitte der Kappe gelegt habe, ist das Bindeband an den beiden Seiten unterschiedlich lang, was nach dem Zusammenknoten im Nacken nicht mehr auffällt.



Beim Tragen ist mir schon aufgefallen, dass der Schirm zu weit in mein Blickfeld ragt. Wahrscheinlich ist das individuell unterschiedlich, da die Kopfform und die Art wie und wo der Sonnenschild gebunden wird Einfluss nehmen auf den Sitz des Schilds. Beim nächsten Modell werde ich die Schildform ein bisschen verkleinern und auch die Breite des Bindebands reduzieren, damit die Proportionen besser zu meiner Kopfform passen.







Die Kappe gefällt mir besser als ich es zunächst erwartet hatte. Schön finde ich hierbei die Schlichtheit der Kopfbedeckung, deshalb habe ich auch darauf verzichtet den Sonnenhut mit der Knopfleiste des alten Hemdes oder andere Zierrat zu schmücken. Hoffentlich bekommen wir noch ein paar sonnige Tage, damit der Sonnenschild ein paar mal getragen werden kann bevor er zum Überwintern in den Schrank kommt.



Das war es von mir für diese Woche, hier geht es zurück zum Creadienstag und den tollen Beiträgen der andern Teilnehmer.



Bis bald!

Gruß

Sophie




Donnerstag, 15. September 2016

Urlaubsbilder

Hallo Leute, heute mache ich euch alle ein bisschen neidisch, indem ich glücklich verkünde:
Ich bin im Urlaub!!!
Mal im Ernst, ich freue mich so sehr auf ein paar freie Tage mit Strand und Meer, dass ich euch heute ein paar meiner letzten Urlaubsschnappschüsse zeige.
Für alle die zu Hause bleiben müssen und noch auf den nächsten eigenen Urlaub warten, so sieht es in meinem Eckchen vom Paradies aus:

Schnappschüsse vom Strand:







Schnappschüsse aus der Stadt:


Bilder

Für alle daheim gebliebenen gilt, haltet durch, der nächste Urlaub kommt bestimmt und bis dahin kann man Fernweh tanken und die alten Urlaubsbilder durchschauen.

Bis bald!
Gruß
Sophie


Dienstag, 13. September 2016

Kopfsache - selbstgenähte Hüte und Mützen Teil 06




Pagenmütze - oder was passiert wenn man nicht mit Überzeugung und Herz bei der Sache ist.
Um mein selbstgewähltes Ziel von mindestens zwölf genähten Modellen aus „Chapeau – 25 Nähprojekte für Hüte, Mützen, Kopfschmuck und mehr“ zu erreichen habe ich in dieser Woche eine Pagenmütze genäht.


Das Modell sah für meine Augen nicht sonderlich vielversprechend aus, die Proportionen der einzelnen Schnittteile wirkten auf dem Modellbild falsch und die Anleitung schlug vor Wachstuch anstelle von Stoffen zu verarbeiten. Zudem war die Beschreibung der Arbeitsschritte wieder einmal auffällig umständlich und teilweise verwirrend, die wenigen Skizzen dazu jedoch hilfreich.

Warum ich mich schließlich doch dazu entschieden habe das Modell zu nähen? Zum Einen hatte ich alle notwendigen Materialien zur Hand, zum Anderen wird die Auswahl der Hüte und Mützen immer kleiner, was ästhetische Kompromisse unabdingbar macht. Eine Auswahl und Einschätzung die natürlich rein subjektiv ist und bitte nicht so verstanden werden soll, als gäbe es keine guten Modelle mehr zu nähen. Es ist aber so, dass ich die (potenziell besser als gedachte) Pagenmütze einer Monstermütze für Kinder vorziehe. Eine Karnevals- oder Faschings-Mütze für Kinder brauche ich eben noch weniger als eine Mütze, deren Stil nicht ganz gefällig ist, die aber auf meinen Kopf passt und potenziell zum Verschenken taugt.


Das Modell besteht aus drei Schnittteilen, die schnell und in bekannter Weise zusammengesetzt werden. Tatsächlich lassen sich einige der Hut-Modelle auf identische Weise zusammenfügen, die Arbeitsabläufe haben sich inzwischen so eingeprägt, dass ich die ohnehin oft vernachlässigte Anleitungen des Buchs immer seltener bemühe.
Den Außenstoff kennt man vom schwedischen Möbelhaus, das Futter ist ein Bauwollstoff in schwarz mit weißen Tupfen, der zu einer kommenden Gelegenheit noch einmal auf diesem Blog zu sehen sein wird und gefüttert ist der Hut wider mit der billigen Alternative zum Volumenvlies, einem neuen Spültuch. Den Schirm habe ich zusätzlich mit Bügelauflage und durch mehrreihiges Absteppen versteift.


Das Futter ist wieder ein wenig aus der Form gegangen, obwohl ich sehr vorsichtig beim Zusammensetzten war. In Zukunft werde ich wohl dazu übergehen, das Futter nachträglich ein zu setzen, damit beim Stülpen / Wenden der Mütze von Links nach Rechts, das Futter nicht überdehnt wird.

 
Auf eine abschließende Ziernaht am Mützenrand habe ich diesmal verzichtet, Futter und Außenstoff sind dafür mit einem Blindsaum-Stich zusätzlich zusammengeheftet.

Das die Mützen für meinen Modellkopf zu groß sind, erkläre ich ja nicht zum ersten Mal, wegen des Übergewichts durch den Schirm musste ich diese Woche den Hut vom Verrutschen aber durch Einsatz von Klebeband abhalten.
Wie schon befürchtet, stimmt etwas mit den Proportionen der Schnittteile nicht. Der Schirm der Mütze ist riesig, der Kronen-Umfang mehr als großzügig bemessen (besonders im Hinblick darauf, dass es sich um ein Damenmodell handelt), die Kronen-Höhe dafür allerdings ein bisschen niedrig und das zusätzliche vernähte Band gibt der Krone ein zylindrische Form, die nichts mit einer Pagenmütze gemein hat. Letzteres mag aber auch ein Verarbeitungsfehler meinerseits sein.


 
Nach Rücksprache mit meiner zwei-Personen-Testgruppe, fällt das Urteil zur Mütze eher nüchtern aus. Der überdimensionierte Schirm stört alle Stimmberechtigten, aber mit meiner Meinung zur Hutform bin ich alleine geblieben. Der verarbeite Stoff kam leider auch nicht an, „der is nix für eine Mütze“ und „als Garten-Kissen sieht der besser aus“, sind doch eindeutige Aussagen.

Nach ein bisschen hin und her überlegen, kommt die Pagenmütze jetzt erst mal zur Arbeitskleidung und wird beim nächsten Malereinsatz sicher gute Dienste leisten.
Man kann nicht jede Woche einen Gewinner produzieren und da ich von Anfang an Zweifel an der Mütze hatte, bin ich auch nicht enttäuscht. So ist das eben manchmal, dann ist man nicht mir dem Herzen bei der Sache und am Ende kann man das dem Projektergebnis auch ansehen. Vielleicht packt mich irgendwann einmal der Ehrgeiz und ich passe die Schnittteile meinen Vorstellungen an und gebe der Pagenmütze eine neue Chance mein Herz zu gewinnen. Bis dahin gibt es aber noch ein paar aufregendere Hutmodelle zu nähen.




Für heute heißt es aber erst; zurück zum Creadienstag und anschauen, was die anderen Teilnehmer so schönes gezaubert haben.

Bis bald!
Gruß
Sophie

Dienstag, 6. September 2016

Kopfsache - selbstgenähte Hüte und Mützen Teil 05

Heute mal etwas einfaches. Eine schnell und simpel genähte Babyhaube. Aus zwei kontrastreichen Baumwollstoffen, damit man die Haube wenden und beidseitig tragen kann.

 
Da die Haube nur aus drei Schnittteile besteht., musste ich mich nicht groß mit der Nähanleitung aus Chapeau – 25 Nähprojekte für Hüte, Mützen, Kopfschmuck und mehr (Edition, Michael Fischer) aufhalten. Mit ein bisschen Näh-Erfahrung ist es einfacher die Haube zusammen zu nähen, als zu versuchen sich durch die umständlichen Formulierungen der Anleitung zu arbeiten, zumal es bei diesem Projekt Fotos der einzelnen Arbeitsschritte gibt, die besonders visuellen Lernern wie mir Hilfestellung geben.


 
Um ein möglichst angenehmes Tragegefühl zu schaffen, sollte man nur Naturfaserstoffe verwenden und auf versteifende Einlagen verzichten. In meinem Fall habe ich die Haube nur aus Baumwollstoffen gearbeitet, im Schirm ist zusätzlich zu eine Lage Stoff verarbeitet und die beiden Bindebänder sind, anders als in der Vorlage empfohlen, doppellagige Stoffstreifen. Deren Enden sind mit einem Zierstich am Haubenrand verankert und an den Spitzen schlicht verknotet.


Erst beim Verarbeiten ist mir ein Farbfehler im Außenstoff aufgefallen und die Ziernähte sind nicht gerade meine beste Arbeit, außerdem bin ich mir nicht sicher ob der Haubenschirm nicht zu groß ausfällt. Die Babyhaube ist also ein nicht ganz so erfolgreiches Projekt in meinen Augen. Enttäuscht bin ich deshalb aber nicht, bevor ich in die Verlegenheit kommen sollte mehr Babyhauben zu nähen müsste das Schnittmuster ein wenig abgeändert und die Verarbeitung genauer ausgeführt werden, dann werden die Hauben sicher ein Erfolg.







Als kleines Geschenk für frisch gebackene Mütter ist das Babyhäubchen sicherlich ein süße Idee und natürlich auch wenn man gerade selbst mit Nestbau-Vorbereitungen beschäftigt ist.
Außerdem ist die Haube genau die Art von Mini-Projekt die man zum Näh-Moral-Aufbau gebrauchen kann und bietet die ideale Gelegenheit kleine Stoffreste zu verarbeiten.
Wer gerne mit der Hand näht kann dieses Projekt auch gut für unterwegs mitnehmen. (Wenn Tante Hildegard ihr Strickzeug mit ins Wartezimmer nehmen kann, dann kann ich in der Bahn auch meine Nähsachen hervorholen.)

In der nächsten Woche habe ich bisschen mehr zu berichten, dann gibt es hier ein größeres Hut-Projekt zu sehen.
Jetzt geht es aber erst einmal zurück zum Creadienstag, da gibt es auch in dieser Woche einiges zu bestaunen.

Bis bald
Gruß
Sophie

Montag, 29. August 2016

Stitched by You - Zeitschrift unter der Lupe

Heute will ich an dieser Stelle über die Zeitschrift „Stiched by You – Faschion Fabrics“ reden. Vor ein paar Wochen hat meine Freundin Moni mir die Frühjahr/Sommer Ausgabe aus diesem Jahr überlassen. Zunächst einmal hab ich mich mehr darüber gefreut, dass die Ausgabe zweisprachig ist. und ich mein quasi nicht existenten Sprachkenntnisse zum Niederländischen testen konnte.


Herausgegeben wird die Zeitschrift von einer niederländischen Redaktion und von einer Fremdfirma dann ins Deutsche übersetzt. Wichtig ist eine Fußnote ganz am Ende der Zeitschrift, die darauf verweist, dass die Zeitschrift und die darin zu findenden Schnittmuster „i.Z. mit Knipmode / New Skool Media entstanden [sind], die Schnittmuster dieser Ausgabe werden in den Kommenden Ausgaben von Knipmode und Knippie Wiederholt“. Gut zu wissen, wenn man regelmäßig Knip-Zeitschriften kauft oder abonniert hat.
Da die Zeitschrift in Deutschland nur beim Stoffhändler (online und auch im Laden) zu erwerben ist, hat sie keine EAN- Kodierung, was für Näh- Interessierte vollkommen egal ist, aber ein echtes Problem darstellt wenn man versucht ältere Ausgaben zu finden.

Auf dem Cover wirbt die Zeitschrift mit dem Versprechen „24 Schnittmuster, 96 Varianten für kleine und große Damen; Alles in den neuen Trendfarben mit originellen Dessins“ Kleiner Fehlerteugel? Ich gehe mal davon aus, das Designs gemeint ist, oder kann mich da jemand berichtigen?
Außerdem zeigt das Cover einige der Modelle im Heft und gibt Auskunft über die vorhandenen Größen der Schnittmuster. Damen von 34 – 54 und Mädchen von 134 – 176.

Gleich hinter dem Cover findet der Leser eine Übersicht der Schnittmodelle, die aus einem Modellbild, einer Skizze, Titel, Klassifizierung nach Schwierigkeitsgrad und den vorhandenen Modellgrößen besteht. Eine super Lösung, wie ich finde, gleich alles auf einen Blick, anders als beispielsweise bei einer Burda Style Zeitschrift, bei der man entweder das genähte Modell sieht oder die Modellskizze, nie aber Beides auf einen Blick.


Und dann geht es auch gleich auf der nächsten Seite los, mit den Modellfotos und einer kurzen Beschreibung zum Modell und dem im Beispiel verarbeitetem Stoff. Jeder der Stoff ist zusätzlich als ein Swatch abgebildet und kommt mit Referenznummer zum einfachen Bestellen.
Alle Modellfotos sind vor einem weißen Hintergrund fotografiert, die Models zeigen Posen, die dem Betrachter meist einen guten Eindruck vom Schnitt und Fall des Kleidungsstücks geben und mit dezenten Accessoires werden die Kleidungsstücke in Szene gesetzt. Anders gesagt, beim Bild geht es um die Klamotte und nicht die teure, hippe und ablenkende Kulisse des Fotoshooting.



 
Abgesehen von Arbeitsheft und Schnittbogen, auf die ich gleich noch zu sprechen komme, ist das auch schon alles was die Zeitschrift zu bieten hat. Keine Werbeseiten (Außnahme die Stoffbezugsquellen), kein Editorial, kein Gewinnspiel, kein Abo-Angebot, keine Kochrezepte oder andere Dinge, die wenig oder gar nichts mit dem Nähen zu tun haben. In meinen Augen erfrischend simpel und Übersichtlich.

Das Arbeitsheft lässt sich leider nicht ohne weiteres aus der Zeitschrift herausnehmen, was störend sein kann, sicherlich aber auch einfach eine Frage der Gewohnheit ist. Es gibt hier noch einmal eine Modellübersicht, Nähtipps, Größentabellen und natürlich die Nähanleitungen für die Modelle.
Leider gibt es in meiner Ausgabe nicht ein einziges Modell der einfachsten Schwierigkeitsstufe, dafür sind aber fast alle Modelle aus dem Bereich der Mädchen-Mode unwesentlich schwerer eingestuft. Auch schade ist, das sich in der Übersicht erneut ein Fehler eingeschlichen hat, bei zwei der Modellen ist die deutsche Größenangabe falsch eingetragen. Nicht dramatisch, da der Fehler sich nicht bei der Modellanleitung wiederholt, aber ärgerlich wenn man zuvor angenommen hat, das Modell sei in der gewünschten Damengröße vorhanden. Die Anzahl der Modelle für Groß und Klein ist mit 12 zu 13 sehr ausgewogen.
Die Anleitungen sind ähnlich kurz gehalten wie man es aus der Burda auch kennt, gleich ist auch die Liste der Schnittteile, der Zuschneide-Plan und die Angaben zur benötigten Stoffmenge. Eine große Besonderheit ist das, die Kanten und Eckpunkte der Schnittteile mit Buchstaben benannt sind, und die Schnittteile selbst im Anleitungstext immer zusätzlich mit der zugewiesenen Nummer bezeichnet werden. Das macht es besonders für Anfänger einfacher zu verstehen welche Schnittteile wie an einander gefügt werden. Natürlich klingt das Ganze ein bisschen wie die Anleitung zum Zusammenbau eines Möbel oder einer Stereo-Anlage, vergleicht man aber immer mit dem Referenzbild ergibt es auch für einen Anfänger gleich Sinn. Beispiel: „Mittelnaht F der rückw. Oberteile 3 steppen.“ oder „HA-Blende 7 auf Nahtlinie D zu einem Ring zusammensteppen. Ha-Blende links auf links falten. Kanten E aufeinanderlegen und reihen.“


Der Schnittbogen ist ziemlich voll und ein wenig unübersichtlich bedruckt. Nach einzelnen Schnittteilen sucht man da schon mal länger. Das finde ich allerdings nicht besonders schlimm, da ich ehrlich gesagt auch bei allen anderen Schnittmusterbögen solche Probleme habe.


Zu den Modellen kann ich noch nicht viel sagen, da ich noch mit dem ersten Nähversuch beschäftigt bin. Ob ein Schnitt nun originell zu nennen ist, das liegt wohl auch immer im Auge des Betrachters. Allerdings sind die hier vorgestellten Schnitte genauso wenig Laufsteckneuheiten wie verstaubte Klassiker; das Rad wird nicht neu erfunden sondern eher durch die verarbeiteten „Trendstoffe“ neu präsentiert. Mir gefällt das viele Modelle für Jugendliche gedacht sind, die bekommt man bei Burda oft nur im Sonderheft. Männer und Jungen kommen mal wieder zu kurz, was aber bei weitem kein exklusives Problem ist, die Herren werden bei allen großen Schnittherstellern unterrepräsentiert.
Irreführend finde ich ein bisschen das Versprechen von durchschnittlich vier Varianten pro Modell, denn der Schnitt eines Modells ändert sich kaum oder gar nicht, die Variation besteht zu meist nur aus dem Einsatz unterschiedlicher Stoffe.

Meine Ausgabe habe ich geschenkt bekommen, aber ein Preis von 4,95 Euro für 24 Modelle ist vollkommen okay. Mir gefällt besonders, das sich auf das Wesentliche konzentriert wird, die Schnittmuster. Mit ein bisschen Werbung in Sachen Stoffe kann ich gut leben, das passt thematisch und kann zusätzliche Inspiration geben. Die Zeitschrift überzeugt durch ihre Schlichtheit und ein paar Fehler in der Übersetzung sind auch kein Beinbruch.
Deshalb fällt mein vorläufiges Urteil positiv aus.
Sobald ich die ersten Modelle genäht habe werde ich auch dazu Bericht erstatten und Urteile fällen. Für jetzt hab ich aber erst einmal genug zusammen getippt.


Bis bald
Gruß
Sophie

Dienstag, 23. August 2016

Kopfsache - selbstgenähte Hüte und Mützen Teil 04


Heute zeig ich euch meine Version des Modells „Feingemachter Fischerhut“ aus „Chapeau - 25 Nähprojekte für Hüte, Mützen, Kopfschmuck und mehr“und damit den ersten Damenhut, den ich je genäht habe.




Nicht nur, dass ich diese Woche ein Damenmodell genäht habe, auch sonst ist Nichts so wie in den Wochen zuvor. Ich habe zum ersten Mal im Verlauf des Hut-Projekts keinen Flanell-Stoff verarbeitet, keine Bügeleinlage benutzt und die Nähanleitung zum Modell fast vollständig ignoriert. Aber schön der Reihe nach.



Das Schnittmuster selbst ist unverändert, zugeschnitten habe ich zwei Mischgewebestoffe, einmal blau /weißer Webstoff und ein bunt bedruckter Deko-Stoff von Ikea, und als Einlage zum polstern und verstärken aus synthetischem Vlies (dabei handelt es sich um die kostengünstige Variante, auch bekannt als Spültuch - natürlich unbenutzt).




Vom Nähprozess selbst habe ich dieses Mal keine Bilder zu zeigen, die Lichtverhältnisse waren einfach zu schlecht, um aussagekräftige Bilder zu machen. Besonders schön sah der Hut in rohem Zustand sowieso nicht aus, da ich zügig und nicht sonderlich sauber gearbeitet habe, um das Projekt rechtzeitig fertig zu nähen. Rechtzeitig deshalb, weil ich den Hut zu einem bestimmten Anlass tragen wollte, was mir ganz knapp tatsächlich noch gelungen ist.




Wie man vielleicht erkennen kann ist der Hut zu groß für meinen Modell-Kopf und nicht mehr ganz glatt gepresst, die Bilder sind nach dem ersten Mal Hut ausführen entstanden.



In den Detail-Aufnahmen kann man sehen welche Änderungen ich gegenüber der Anleitung vorgenommen habe. Anstatt nur die Hutkrempe ab zu steppen, habe ich das gleiche auch am oberen und unteren Rand des Kronenteils getan, so konnte ich die Nahtzugabe mit heften und mehr Stabilität in der Krone erzielen. Außerdem habe ich zusätzliche Nähte durch Krone und Oberteil des Huts genäht, um Außenstoff und Vlies zusätzlich zu verbinden.





Weil ich nicht sonderlich akkurat beim Absteppen war, stand schnell fest, das ich ein separates Hutband nähen würde, um die schlimmsten Unregelmäßigkeiten zu verdecken. Dazu habe ich dann aus dem Rest des Blümchenstoff ein, zu beiden kurzen Seiten hin abgeschrägtes, Band genäht, das ich schlicht um den Hut herumgewickelt und mir einem Doppelknoten geschlossen habe. Bei Bedarf kann ich das Hutband einfach wechseln oder den Hut anderweitig dekorieren.





Das Futter ist, anders als in der Anleitung beschrieben, nachträglich von Hand eingenäht und leider kein großer Erfolg. Denn beim Einsetzen ist mir aufgefallen, das ich den Stoff wohl gedehnt haben muss, der Umfang am Kronenfuß war deutlich größer als beim Außenteil. Weil ich aber unter selbst auferlegtem Zeitdruck stand und das Futter am Ende ja eh niemand zu sehen bekommt, war schnell entschieden, dass das zu große Futter trotzdem vernäht wird. Frei nach dem Motto „was nicht passt, wird passend gemacht“ waren schnell zwei Falten eingelegt und das Futter im Hut fixiert.






Normalerweise arbeite ich sauberer und genauer, aber bei diesem Projekt war wirklich Alles einmal ganz anders als gewöhnlich. Mit dem Ergebnis kann ich ganz gut leben, sicherlich nicht eine meiner besten Arbeiten, aber definitiv tragbar. Sollte ich das Schnittmuster doch noch einmal nähen, würde ich einiges anders arbeiten und andere Materialien einsetzen.

Die Anleitung zum Schnittmuster aus dem Buch würde ich aber auch dann weiter ignorieren. Was nicht etwa daran liegt, dass man dazu angeleitet wird einen Hemd zu recyclen, das mache ich schließlich sonst ohne Anleitung, sondern an der umständlichen und teilweise irreführenden Beschreibung. Beispielsweise wird ein Schnittteil in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen unterschiedlich bezeichnet. Was in meinem Fall zu Kopfzerbrechen und der Suche nach nicht existenten Schnittelementen führte. Besonders schwierig war auch zu verstehen, welche Hemdteile wie an die Hutbasis angenäht werden sollten, um ein Hutband zu erzeugen. Eine kleine Skizze hätte wohl mehr gebracht als der schwerfällig übersetzte Text.



Der Hut findet jetzt erst mal einen Platz an der Garderobe und wird, wenn das Wetter mitspielt noch ein paar Mal ausgeführt, bevor ich die Wintersachen hervorholen muss.




Wann ich einen nächsten Hut oder eine Mütze nähe, kann ich im Augenblick noch nicht sagen. Nach vier Wochen in denen ich mich als Hutmacher versucht habe brauch ich jetzt erst mal eine kreative Pause. Auf meinem Projektplan stehen noch ein paar andere Dinge die genäht werden sollen.



Beim heutigen Creadienstag hole ich mir jetzt erst einmal Inspiration und Anregung für Neues.



Bis bald! Gruß

Sophie