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Dienstag, 17. Januar 2017

Kopfsache - selbstgenähte Hüte und Mützen Teil 10

Es stehen noch ein paar meiner Hutprojekte aus, aber mit dem Abschluss dieses Modells befinde ich mich so zu sagen auf der Zielgeraden.
Lange hab ich gewartet um mich mit einem oder gar beiden der im Buch „Chapeau – 25 Nähprojekte für Hüte, Mützen, Kopfschmuck und mehr (Edition, Michael Fischer)“ vorgestellten Fascinator zu beschäftigen. Das lag zum Einen daran, dass mir die beiden Modelle nicht so richtig gefallen haben und zum Anderen an den vorgeschlagenen Materialien. Also habe ich lange hin und her überlegt ob ich in besagte Materialien investieren soll und wie ich die Idee hinter den Modellen für mich umsetzten kann.
Herausgekommen ist eine Kombination der Fascinator-Modelle und eine günstigere kreative Materialzusammenstellung.


Beim ersten Modell arbeitet man mit einer Hutbasis aus Steifleinen, welche man mit dem Modestoff bezieht und durch dekorative Elemente schmückt. Für den mit Tüll bestückten Fascinator soll man eine fertige Strohbasis verwenden. Weil Steifleinen oder eine Strohbasis nicht so einfach zu bekommen sind, jedenfalls wenn man keine erheblichen Kompromisse bei Qualität und/ oder Preis machen möchte, habe ich auf einen alten Trick zurückgegriffen, den ich schon bei so manchem Kostüm-Hut für Fasching / Karneval verwendet habe.
Jedes Jahr nachdem die närrische Zeit vorbei ist, kann man günstig an Kostüme und die dazugehörigen Hüte kommen. Und genau auf diese Hüte habe ich es abgesehen, sie bestehen aus einer Art Filz der über einem Hutblock in Form gepresst wurde, das Material hat genug Steifigkeit, lässt sich leicht zuschneiden und es lässt sich eine Nähnadel durchstechen, damit ist es ideal für meine Hutbasis.



Die knallrote Basis ist aus einem Mini-Clown-Hut entstanden, der schon ein bisschen länger in der Bastelkiste liegt und auch sonst habe ich nur Restmaterialien für das gesamte Projekt verwendet so das ich nichts für den neuen Fascinator bezahlt habe.


Die Basis habe ich zunächst mit einem Futterstoff aus Acryl in dunklem glänzenden Grau bezogen, dazu habe ich den Stoff einfach um die Basis gespannt, mit ein paar Stecknadeln fest gesteckt und dann mit einem Zwirn entlang der Kante umläufig fest genäht.


Dann habe ich die Kante mit einem Band versäubert, dass ich zunächst von außen angenäht dann um die Kante geschlagen und von innen zusammen mit dem Futter vernäht habe. Vielleicht wäre es besser gewesen erst das Futter von innen zu heften und dann das Band als Saum einzusetzen. Das Futter ist ein Reststoff dem ich vier kleine Abnäher gegeben habe, damit er sich nach innen wölbt. Theoretisch ganz gut praktisch könnte die Umsetzung besser sein, aber da man den Hut ja nur selten von unten sieht, kann ich mich mit dem unebenen Bild im Futter abfinden. Als Saumkante wäre ein Schrägband oder vielleicht sogar ein Samt-Band schön gewesen, aber ich wollte ja nur Materialien aus meinem Bestand verwenden und da kam mir dieses seltsame Band gerade recht.


Nach ein bisschen ausprobieren, wie die Basis am Ende auf dem Kopf platziert werden soll, habe ich dann zunächst einen Haarkamm am Futter angenäht. Weil der Fascinator auch beim närrischen Feiern sicher auf dem Kopf bleiben soll, habe ich zusätzlich ein Hutgummi eingenäht, das man je nach Bedarf auch einfach unter der Basis verstecken kann.


So weit so gut, jetzt konnte ich endlich mit dem spaßigen Teil, der Dekoration des Fascinators, beginnen. Dazu habe ich mich am Tüll-Fascinator aus dem Buch orientiert, zwar hatte ich keinen Tüll mehr im Haus, aber noch jede Menge Deko-Organza. Der wurde erst gebügelt (unter einem Baumwolltuch), gefaltet und schließlich in Kreisform zugeschnitten. Einfach eine Kuchenteller und eine Untertasse auf den Stoff legen und vorsichtig mit dem Rollschneider rundum ausgeschneiden, schon ist die Dekoration fertig, na ja fast.


Die Kreise sind einzeln und nach belieben gefaltet und auf der Hutbasis festgesteckt. Als ich mit dem Design zufrieden war, kamen wieder Nadel und Faden zum Einsatz, mit denen ich die Organza-Elemente möglichst unsichtbar auf der Hutbasis festgenäht habe. Dabei habe ich darauf geachtet, nicht durch das Futter sondern nur durch Obermaterial und die Basis zu nähen.

 
Und dann war es vollbracht, ein neuer Mini-Hut für die Kostümkiste. Das Ergebnis ist vollkommen okay, der Fascinator ist sicherlich nicht für einen Auftritt beim Pferderennen oder in der Oper geeignet, aber genau das Richtige, um ein Kostüm zu vervollständigen oder für einen Party-Abend.



Um euch zu zeigen, was man sonst noch aus den billigen Faschings-Hüten machen kann, habe ich zwei meiner ersten Modelle herausgesucht:

Einen Pillbox-Hut in schwarz, den ich als „schwarze Witwe“ getragen habe. Der passende Trauerschleier fehlt leider schon, da ich das Material in einem anderen Projekt verarbeitet habe.


Mein erster selbstgemachter Karnevals-Hut, ein Art breites Schiffchen, das ich als Stewardess mit farblich passendem Kleid im 60er Jahre Stil getragen habe.


Jetzt widme ich mich dem Endspurt zu meinem Hut-Projekt und versuche die restlichen Modelle möglichst schnell von meiner To-Do-List streichen zu können.
Euch schicke ich aber erst einmal zurück zum Creadienstag und all den tollen Sachen die man auch in dieser Woche wieder bestaunen kann.

Bis Bald
Gruß
Sophie

Dienstag, 10. Januar 2017

Nähstuhl Teil02


Seit dem letzten Bericht zu meinem Nähstuhl-Projekt hat sich einiges getan. Optisch hat sich der Stuhl, oder besser gesagt die Einzelteile des Stuhls, erneut drastisch verändert.

So hat der zum letzten Zwischenstand ausgesehen:







Zum damaligen Zeitpunkt war noch nicht sicher wie es mit dem Stuhl weiter gehen sollte. Jetzt ist das Holz erst einmal in einem dunklen Nussbaum-Ton mittels wasserlöslicher Beize gefärbt worden.

Die Entscheidung hierzu fiel im Baumarkt, nach ca. 30 Minuten in denen gleich zwei Baumarktmitarbeiter und ein anderer Kunde mit mir über Vor- und Nachteile von beizen, lasieren und Lackieren diskutiert hatten. Männer sind im Baumarkt immer so hilfsbereit und unheimlich fachkundig. ;)

Vielleicht liegt es daran, dass ich häufiger als andere nach Pfostenschuhen, PU-Schaum, Fliesenkleber, Bit-Set für den Akku-Schrauber oder auch mal nach einer Abisolierzange suche (zwar meist nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil der Mann im Haus werkeln will und selbst den Baumarktbesuch hasst scheut), es findet sich immer jemand der Helfen will, ganz besonders dann wenn man eigentlich keine Hilfe braucht. Denn ab und zu weiß ich eben doch was ich da suche, wofür es verwendet und wie es eingesetzt wird, trotzdem vielen Dank meine Herren. Die Gute Nachricht an alle Damen lautet, es gibt sie noch die Gentleman, sie verstecken sich im Baumarkt. Machen dort aber unglücklicher Weise einen Bogen um die Gartenabteilung, wo frau dann doch alleine vier Zentner Buntkies in 25kg-Säcken auf den Einkaufswagen wuchten muss.



Zurück zur Sache, erst galt es die Beize mit Wasser anzugießen und dann auf einem Probestück verschiedene Methoden zum Auftrag zu testen.






Die Probe hatte ich erst trocknen lassen und dann auch noch mit Klarlack versiegelt, um ein möglichst genaues Enderergebniss abschätzen zu können. Letztlich habe ich aber beide getesteten Methoden, Pinsel- und Rollenauftrag, verworfen und die Beize mit einem getränkten, fusselfreien Baumwolltuch aufgebracht und den Überschuss mit einem Haushaltsschwamm abgenommen habe. Ging schneller und sah besser aus:



 
Nach dem ersten Auftrag konnte man schon einen enormen Unterschied erkennen, aber weil vor dem Lackieren ein nochmaliges Anschleifen notwendig war, mussten nach einem Tag Wartezeit alle Teile noch einmal gebeizt werden, damit die Farbe an allen Stellen tiief genug ins Holz dringen konnte.


Hier Bilder zum Vergleich, nach dem ersten Beizen:


Nach dem zweiten Beizen und einem Anschliff:

Der Stuhl ist deutlich dunkler als zuvor, aber mir gefällt die Farbe so ganz gut.

Jetzt fehlte also noch der Klarlack und die Entscheidung der Frage: Erst den Stuhl zusammensetzen, dann lackieren oder doch besser anders herum?

Im Augenblick tendiere ich dazu erst die einzelnen Elemente zu lackieren, so komme ich einfacher auch an die schwierigen Ecken, dann darf aber mit dem Holzleim beim Zusammensetzen nichts daneben gehen und das ist nicht gerade meine Stärke. Aber ich bin motiviert mich meiner Kleber und Leim-Phobie zu stellen. Traumatische Kindheitserlebnisse mit Decoupage-Kleber im Haar und nicht minder verstörende Erfahrung beim Tapezieren sollen mich nicht stoppen.





Wie ich mich dabei so schlage und was unweigerlich alles schief geht, könnt ihr dann im nächsten Teil zum Nähstuhl-Projekt lesen.

Verlinkt wird der Post wie immer bei Creadienstag.



Bis Bald

Gruß

Sophie

Dienstag, 3. Januar 2017

Nähstuhl Teil01


Wilkommen auf Schlehenwald im neuen Jahr 2017. Gleich zu Beginn diesen Jahres soll es hier ein paar visuelle Veränderungen geben, das Blogdesign braucht dringend eine Überarbeitung. Weil es aber noch ein bisschen dauern wird bis ich mich mit Photoshop vertraut gemacht habe und einen neuen Header usw gebastelt habe, stelle ich hier erst einmal ein ganz neues Projekt vor.

Zu Beginn letzten Jahres bin ich unerwartet zu einem neuen Nähstuhl gekommen. Bis dahin hatte ich immer einen alten Bürostuhl zum Nähen benutzt, der noch aus Schulzeiten stammte und eigentlich ein bisschen zu niedrig war. Dann begegnete mir besagter neuer Nähstuhl. Wobei „neu“ ganz sicher nicht das richtige Wort ist. Der simple Holzstuhl stammt aus dem Haus meiner Großeltern und stand dort so lange ich mich zurück erinnern kann in einem Gästezimmer.





Zunächst wollte ich mich gar nicht für den Stuhl erwärmen, denn ehrlich gesagt, war er ziemlich herunter gewohnt und nicht mehr besonders stabil. Auf dem Bild unten kann man schön sehen, wie weit die Verstrebungen aus dem Leim heraus gegangen sind.






Erst beim genaueren Betrachten fand ich doch einen Grund dem Stuhl eine Chance zu geben und ihn vor dem Sperrmüll zu bewahren. Unterhalb der abnehmbaren Sitzfläche, auf der Stuhlinnenseite fanden sich gleich zwei teilweise erhaltene Aufkleber die mein Interesse weckten. Eine der Etiketten bietet die Information, dass der Stuhl in einer speziellen Stuhlfabrik gefertigt worden ist und zu einer Stuhlserie gehört, die eine Auflagehöhe von über 300 Stück hatte. Leider lässt sich nicht die genaue Stuhlnummer feststellen, da ich nur die erste der drei Zahlen eindeutig identifizieren kann. Auf dem zweiten Schild kann man handschriftlich Eintragungen sehen, die ich bis auf ein Wort noch nicht entziffern kann, vielleicht kann mir Mutti dabei noch helfen.





Der eigentliche Grund für die Rettung des Stuhls ist aber eine Bleistifteintragung, diese lautet „Jos. Christian“, Josef Christian war mein Ur-Ur-Großvater mütterlicherseits und hat von 1873-1948 gelebt.

Mit dem Wissen konnte ich den Stuhl wirklich nicht aufgeben und so wanderte er mangels Platz erst einmal in meinen Keller. Nach ein paar Wochen im Keller bekam der Stuhl dann aber doch etwas unerwartet einen Platz, nämlich den des alten Nähstuhls, welcher leider beschlossen hatte noch weiter in sich zusammen zu sinken.





Eigentlich sollte der Holzstuhl vorab aufpolieret und stabilisiert werden, aber wie das eben manchmal so ist, habe ich die letzten zehn Monate auf einem ziemlich wackligen und angegriffenen Stuhl von vor ca. 115 Jahren gesessen. Bequem ist er und das Rollen des alten Bürostuhls hab ich auch nicht lange vermisst. Ich hab sogar das Gefühl gerader zu sitzen und dadurch länger nähen zu können.



Nun endlich ist aber doch die Zeit gekommen, dem Stuhl ein bisschen Liebe und einen neuen Anstich zugute kommen zu lassen. Zuvor musste das gute Stück aber erst einmal komplett auseinander genommen werden.






Und anstatt mit Ablauger oder Abbeize die zwei Schichten Lack zu entfernen habe ich mich dazu entschlossen den Stuhl einfach ab zu schleifen. Natürlich habe ich die Stellen mit den Etiketten und die Namenseintragung unberührt gelassen, unter der Sitzfläche sieht man das sowieso nicht. Das Schleifen an sich ging auch recht zügig, da ich einen Elektroschleifer verwendet und nur die kleinen Ecken mit der Hand bearbeitet habe. Allerdings bedeutet schleifen auch immer eine riesige Schweinerei, wegen des sehr feinen Staubes. Mundschutz und Brille sind unbedingt empfehlenswert, außerdem sollte man nach Möglichkeit im Freien arbeiten - was ich natürlich nicht getan hab und weshalb ich zwei Tage lang putzen musste.



Der Vergleich Vorher und Nachher:




 

Das Ergebnis ist nicht perfekt, man kann Farbunterschiede im Holz erkennen und an den ganz kleinen Kanten kann man immer noch ein wenig von der alten Farbe sehen, aber der Stuhl soll ja wieder eine dunkle Farbe bekommen, also ist das nicht so schlimm.




Wie genau es mit dem Stuhl jetzt weiter geht, das weiß ich noch nicht, denn erst muss noch entschieden werden ob der Stuhl gelackt oder lasiert werden soll.

Auch hab ich mir noch nicht überlegt was mit der Sitzfläche passieren soll, da das Holz so gebogen und von unten auch angegriffen ist, das ich es nicht mit dem Elektroschleifer oder einem Schleifblock bearbeiten will, aus Angst es zu zerbrechen. Vielleicht kann ich eine neue Platte anfertigen (lassen) oder verwende die Platte erst einmal so wie sie ist weiter. Für Ideen und Lösungsvorschläge bin ich übrigens offen.



Ach ja, als Nähstuhl verwende ich im Augenblick übrigens einen Küchenstuhl, den ich immer die Treppe nach oben und wieder zurück tragen muss, ich bin also doppelt motiviert den Nähstuhl möglichst bald wieder zusammensetzen und nutzen zu können.



Jetzt schicke ich euch aber erst zurück zum Creadienstag, um die Beiträge der anderen Teilnehmer zu bestaunen.



Bis bald, Gruß

Sophie

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Jahrsrückblick und Resümee 2016

So kurz vor dem Jahreswechsel tendiert man ja im Allgemeinen dazu die vergangenen Ereignisse und Erlebnisse reflektiert zu betrachten und zu bewerten. Mein ganz persönlicher Abschied vom Jahr 2016 lautet „Auf nimmer Wiedersehen!

Ich schreibe auf diesem Blog ja überwiegend von meinen Handarbeiten und über mich selbst und die kleinen und großen Macken die meinem Alltag begleiten. Die schweren und schwierigen Themen, werden hier wenn überhaupt nur angerissen, das halte ich bewusst so. Für mich ist dieser Blog eine Art von Auszeit vom Alltag, bestimmt geht es dem ein oder anderen von euch ähnlich. Politik, Wirtschaft, Soziales, Religion und so weiter sind hier nur Zaungäste. Nicht Alles war in diesem Jahr schlecht, aber es gab eine Menge Dinge, die ich mir anders gewünscht hätte oder die sich zukünftig nicht wiederholen sollten. Das gilt sowohl für persönliche Belange als auch ganz allgemein in den oben aufgelisteten Themenbereichen.
Hier im Blog geht es um die kleinen Erfolge, die Dinge die einem trotz der anderen Widrigkeiten positiv in Erinnerung bleiben und einem den Auftrieb geben weiter zu machen.

 
Schlehenwald wird mit dem Jahreswechsel ein Jahr alt und da halte ich es für eine gute Idee, genauer hin zu schauen. Was mich an diesem Erstversuch hat fest halten lassen, welche Sachen waren erfolgreich, was war so oder anders geplant? Und lassen sich daraus Spekulationen für die Zukunft ableiten?

Um mir noch einmal vor Augen zu führen wie dieser Blog in einem Jahr gewachsen ist, habe ich noch einmal ganz am Anfang begonnen und musste recht schnell feststellen, dass ich mir viel Spielraum gelassen habe, trotz eines schon im zweiten Post vorgestellten Konzepts, dem ich dann nur in Teilen gefolgt bin.

Ich hatte zu Beginn schlicht vor, vom passiven Mitleser zu einem aktiveren Mitglied der Online-Community zu werden, den Status als Gast aufzugeben und mich sichtbar zu positionieren. Nun, ich habe einen Namen, einen Blog und darin jede Menge persönliche Anekdoten und Einblicke geteilt, aber bislang habe ich darauf verzichtet ein Bild dazu zu liefern. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe, die zu erläutern wahrscheinlich erst dann Sinn macht, wenn ich diesen unbebilderten Status aufgebe. Noch ist dieser Zeitpunkt aber nicht gekommen, momentan finde ich es noch hilfreich meine Real-Life-Identity nicht vollständig zu teilen. Dabei geht es nicht um ein Verstecken, sondern um ein Stück Freiheit, das einem die „Anonymität“ bittet. Ich schreibe dadurch leichter, freier und ohne eine Zensur, die ich mir auferlegen würde, müsste ich befürchten mein Chef, meine Nachbarin oder die ehemaligen Klassenkameraden aus der Jugendzeit würden hier mitlesen. Die Chancen dafür stehen zwar ausgesprochen schlecht, aber noch will ich mich dieser Herausforderung nicht stellen.

Mein Fahrplan beinhaltete vier Punkte, gleich zu Anfang wollte ich mich mit den ganzen Möglichkeiten des Bloggen auch in schriftlicher Form auseinander setzten und Erfahrungen teilen. Aber das habe ich nie getan, tatsächlich hat sich hier im Bezug auf Layout und Design so gut wie nie etwas verändert. Ich habe mich immer damit begnügt das Nötigste zu lernen und dann den Fokus wieder auf Inhalte gelegt. Schade finde ich das schon, denn auf den Blogs denen ich folge und die vielen Anderen auf denen ich ebenso regelmäßig mitlese, sehe ich tolle Designs, anregende Ideen und stetige Evolution in Sachen Blog-Gestaltung. Während ich immer noch mit der schmucklosen und langweiligen Standartausführung daher komme. Vielleicht liegt es neben einem mangelnden technischen Verständnis vor allem daran, dass ich gerne Sachen mit den Händen und durch physische Arbeit herstelle und weniger kreativ bin, wenn man mich mit einem zweidimensionalen Computerbildschirm konfrontiert. Aber ich habe mir für das neue Jahr fest vorgenommen das Blog-Design noch einmal in Angriff zu nehmen, schließlich bin ich nach einem Jahr auch nicht mehr zu einem Untertitel berechtigt, der lautet „Ein Blog in seinen Anfängen“.

Das Anti-Lurking Projekt würde ich als Teilerfolg verbuchen wollen, durch die Teilnahme an den unterschiedlichen Link-Partys, vor allem dem Creadienstag bin ich doch um Erreichbarkeit und Austausch mit Anderen bemüht. Klar sollte ich noch mehr Kommentare schreiben und vielleicht auch der ein oder anderen Bloggergemeinschaft beitreten, aber das kann ja noch werden.
Weil ich auch Andernorts aktiv bin und die Abwechslung die mir unterschiedliche Foren bieten mag, kann ich mich nicht nur aufs Bloggen verlegen. Noch mehr Zeit online zu investieren ist immer schwierig, denn das reale Leben fordert immer gebührend Aufmerksamkeit und an manchen Tagen hat man schlicht und ergreifend nichts wertvolles zur Blogger-Community beizutragen, deshalb bin ich mit meinem aktuellen Level an Online-Aktivität ganz zufrieden.
Ich gebe gerne Komplimente und ich freue mich riesig über Alle die hier bei mir die Zeit aufwenden um mir ihre Meinung mit zu teilen. Anonym habe ich seit über einem Jahr nicht mehr kommentiert und bei Themen zu denen ich mich gerne äußern möchte, habe ich das viel häufiger getan als zuvor, also kann ich mich wohl getrost vom Label „Lurker“ lösen.

Als persönlichen Interessenschwerpunkt habe ich damals Handarbeiten und DIY genannt und wenn ich mir die Label-Liste ansehe und die vielen Beiträge zum Creadienstag zusammenzähle, dann kann ich mir mit Überzeugung 100/100 Punkten geben.
Dabei lag der Fokus auf den klassischen Handarbeiten, ging aber gelegentlich aber darüber hinaus. Nähen steht bei mir immer an, deshalb wundert es mich nicht im geringsten, dass eines der am häufigsten verwendeten Label „Nähen“ lautet.
Meist waren es kleine Nähsachen die es auf diesen Blog geschafft haben, die zeitintensiven Nähereien sind im vergangenen Jahr oft zu kurz gekommen. Das soll sich ändern, in 2017 würde ich gerne mehr Bekleidung nähen und detailliert über den Entstehungsprozess schreiben. Vielleicht schaffe ich es dann auch endlich mich häufiger am MeMadeMitwoch zu beteiligen, eine genauso tolle Gruppe von Bloggern wie die treuen Creadienstag-Teilnehmer.
Fleißig gehäckelt habe ich auch und mich gegen Ende des Jahres intensiv mit dem Stricken beschäftigt. Mein Ziel für das kommende Jahr ist es weiter so viele Handarbeiten zu kreieren, aber auch mal über die Klassiker hinaus neue Techniken und DIY-Projekte in Angriff zu nehmen. (Ein ganz tolles Projekt steht schon für den Januar in den Startlöchern, ich versuche mich an der Restauration eines alten Stuhls.)
Mehr in Sachen Handarbeiten in 2016 kann man auch im Post „Top und Flop 2016“ lesen.

Als letzten inhaltlichen Punkt hatte ich das Projekt „Lot: To Do“ vorgestellt, musste selbiges aber nach wenigen Wochen erst einmal auf Eis legen, wegen des unerwarteten Ablebens meines alten Laptop. Was auch der Grund für Wochen andauernde Inaktivität auf dem Blog war. Danach war ich einfach nicht mehr mit dem Herzen bei der Sache und deshalb habe ich das Projekt nie wieder hier aufgenommen. Bis zur Mitte des Jahres habe ich fleißig Lose gezogen und mal mehr mal weniger erfolgreich Aufgaben erledigt, aber nie mehr das Bedürfnis gehabt darüber zu schreiben. Schließlich schlief auch das letzte bisschen Enthusiasmus ein und die restlichen Lose warten noch immer auf ihre Ziehung.
Für eine Wiederholung solch eines Vorhabens sehe ich schwarz. Vielleicht findet sich zukünftig neben den Posts zum kreativen Selbermachen noch ein anderes berichtenswertes Thema, momentan habe ich aber nichts konkretes ins Auge gefasst. Lassen wir uns dahingehend also überraschen.

Außer den genannten guten Vorsetzen bin ich weiterhin offen für Veränderungen am Blog und seinen Inhalten, im natürlich wachsenden, langsamen Tempo und voraussichtlich in der bekannten Richtung. Da ich nicht geneigt bin mir oder dem Leser Versprechungen zu machen, die sich nicht einhalten lassen, müssen wir uns auch in naher Zukunft durch das Dickicht des „Schlehenwald“ hindurchzwängen, und abwarten wohin es uns dadurch verschlägt.

Mein Resümee zum ersten Jahr als Bloggerin fällt positiv und zuversichtlich aus, ich bin immer noch ein kleines Licht am Rande dieser gewaltigen Community, aber ich bin aktiv dabei und das ist in meinem Buch ein Erfolg.


Ich freue mich auf das kommende Jahr, auf ein zweites Jahr als Blogger und auf all die Abenteuer die Beides mit sich bringen. Bevor ich mich bis ins nächste Jahr verabschiede will ich noch ein paar Dankesworte los werden, die mir am Herzen liegen:

Ich bedanke mich herzlich bei jeden Einzelnen, der hier mitliest und ganz besonders bei denen, die sich die Zeit für Kommentare nehmen. Vielen lieben Dank euch Allen! Ihr gebt mir das Gefühl nicht allein im Wald zu stehen ;) - ein unbezahlbar gutes Gefühl!


Nur das Beste, Gesundheit, Freude und Glück für das Jahr 2017

wünscht euch


Sophie

Dienstag, 27. Dezember 2016

Kopfsache - selbstgenähte Hüte und Mützen Teil 09

Eines der einfachsten Modelle aus dem Buch „Chapeau – 25 Nähprojekte für Hüte, Mützen, Kopfschmuck und mehr (Edition, Michael Fischer)“ ist die Haarschleife aus Filz.




Und weil das Projekt so simpel und damit Anfänger-freundlich ist, kann ich nicht viel dazu schreiben. Dieses Mal erwartet euch also ein, im Gegensatz zu sonst, kurzer Beitrag zur Blogpost-Serie „Kopfsache“.



Warum es sich um ein einfaches Projekt handelt ist schnell erklärt, um die Haarschleife herzustellen benötigt man nur drei Zutaten Filz in unterschiedlichen Farben, Heißkleber + Heißklebepistole und einen Haarreif.





In Windeseile hat man aus ein paar Filzstreifen eine Schleife geklebt und genauso schnell ist diese dann am Haarreif, oder alternativ an einer Haarklammer, einem Haarkamm usw., befestigt.





Wer keine Heißklebepistole hat und ein bisschen Geduld mitbringt, der kann die Schleife auch von Hand oder mit der Maschine zusammennähen und mit ein paar Stichen auf dem Haaraccessoire anbringen.



Alternativ zu Schleife kann man auch jedes andere beliebige Motiv aus Filz zusammenkleben und zum Haarschmuck verwandeln. Die Möglichkeiten sind quasi nur durch die eigene Fantasie begrenzt, was das ganz Projekt auch zu einer super Aktivität am Mädels-Nachmittag mit meiner Nichte macht.




Ein paar meiner Haarschleifen landeten in die selbst gebastelten Adventskalendern, die ich an meine Freunde verschenke. (Keine Sorge, inzwischen sind die Schleifen bereits ausgepackt, deshalb kann ich hier unbefangen darüber schreiben.) Und sobald der Vorrat an Klebestiften aufgefüllt ist, versuche ich mich auch an anderen Formen für den Haarschmuck, vielleicht ein Rosenmotiv oder eine Filzfeder.



Vielleicht bietet ja auch der heutige Creadienstag noch die ein oder andere Inspiration. Ich mache mich gleich mal auf die Suche.



Bis bald!

Gruß

Sophie

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Top und Flop - 2016

Erfolg und Misserfolg liegen manchmal dicht nebeneinander, in diesem Post werden sie fein säuberlich untereinander gelistet. Zu jedem Jahresabschluss gehört ein Rückblick, auf die Highlights und die Low points der vergangenen 12 Monate.
Meine ganz subjektiven Top- und Flop-Drei aus dem Jahr 2016 :


Top:

  1. Granny-Square-Decke

    Meine erste und vorerst letzte Grannysquare-Decke, in liebevoller, nicht enden wollender Handarbeit gehäkelte Tagesdecke. Gefertigt aus den vielen hunderten Sockenwolle-Resten meiner Mutter und Großmutter.
 

Die Decke zu fertigen war eine echte Herausforderung und streckenweise anstrengend, aber der verspannte Nacken, die Krämpfe im Handgelenk und die tausend Fäden zum Vernähen, sie sind das Ergebnis mehr als wert gewesen. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit, kommt die Decke oft zum Einsatz, aber auch in den Sommermonaten konnte ich sie nicht einfach in den Schrank sperren. Seit Fertigstellung hat sie einen eigenen Ehrenplatz im Nähzimmer bzw. im Wohnzimmersessel gefunden.
 
  1. Klavier-Rock


    Ein ganz spontaner Entschluss, eine eigene Variante eines Designerkleids zu nähen, stand am Anfang dieses zeitintensiven aber gelungenen Nähprojekts. Am Ende konnte ich meine Garderobe um einen ziemlich extrovertierten, wenn nicht gar exzentrischen (gemessen an meinem Bekleidungsstil) Rock ergänzen: den Klavier-Rock

    Tatsächlich habe ich den Rock auch schon bei mehr als einer Gelegenheit getragen, obwohl ich zunächst der Meinung war, ihn nie passend ausführen zu können. Die lieben und ermutigenden Kommentare zum Post haben mich aber mit meinem Rock aus dem Haus gelockt. Die anfängliche Scheu ist verschwunden und es bleibt ein Kleidungsstück das an verrückten Tagen genau den richtigen Ton trifft.

  1. Holzfällermütze

    Ich liebe diese Mütze, bedingungslos. Bei mehr als einer Gelegenheit habe ich hier ja schon erzählt, dass ich gerne Kopfbedeckungen trage, aber dieses selbstgenähte Modell hat mein Herz erobert. Da die Temperaturen es inzwischen rechtfertigen, kommt die Mütze auch oft zum Einsatz. Natürlich weiß ich, dass ich mit der Mütze ein bisschen lächerlich aussehe, aber das stört mich wenig. Meine Nachbarn kennen das schon und meine bessere Hälfte hat mich trotzdem gern. Wer gerne mit Weihnachts-Wichtel-Mützen bzw. Weihnachtsmann-Mützen durch die Gegend läuft, der ist auch beim Tragen von Holzfällermützen schmerzfrei. Reden die Leute eben darüber und nicht über das Wetter.


Flop:


  1. Babyhaube

    Leider war dieses Projekt von Anfang an nicht unter guten Vorzeichen und die sehr laxe Umsetzung hat die Haube weder schöner noch praktischer gemacht. Ein klassisches misslungenes Füller-Projekt um sich auf Sinn befreite weiße die Zeit zu vertreiben. Die Einschätzung klingt vielleicht ein wenig hart, aber seit meinem Post zur Haube lag selbige nur in der hinteren Ecke meines Projektstapels und hat so weder mir noch jemand anderem Freude oder Nutzen gebracht. Die schlechte Verarbeitung hält mich davon ab, die Haube zu verschenken und um ganz nüchtern zu sein, wird wohl in nicht all zu ferner Zukunft dazu führen das die Haube in die Tonne wandert. Ich bin nur froh, nicht all zu viel Materialien daran verschwendet zu haben und hoffe in der Zukunft solche Projekte schon in der Planungsphase zu verwerfen.

  1. Wristlet
     
     Auch bei diesem Projekt war meine Stimmung zum Beginn des Nähen eher verhalten und auch das Fazit viel verhalten aus. Meine Nichte hat laut eigenen Aussagen das Täschchen  auch zuerst genutzt, dann aber das Telefon gewechselt und dieses nicht mehr in der Tasche unterbringen können. Wo genau die Tasche danach gelandet ist kann ich nicht genau sagen. Aber ich kann berichten das nun auch meine liebe Nichte dazu übergegangen ist, eine Handtasche mit sich herum zu tragen, weil man darin Make-Up mitnehmen kann. Zum Geburtstag gab es dieses Jahr nicht nur Geschenke sondern auch die Erlaubnis von ihrer Mutti, dass sie nun Make-Up tragen darf. In einem Halbjahr kann sich auch bei den größeren Kindern so viel ändern. ;)

  1. Blog-Design 


    Lange hab ich hin und her überlegt, welches andere Projekt an dieser Stelle genannt werden sollte, aber die größte Enttäuschung in diesem Jahr war dann doch mit Abstand die mangelnde Entwicklung auf diesem Blog in Bezug auf Design. Gestalterisch oder Kreativ habe ich an meinem 0815-Layout nicht einmal etwas verändert. Dabei hatte ich mir wirklich mehr vorgenommen und wenigstens eine teilweise Umsetzung meiner Pläne auch als realistisch eingestuft. Aber nein, aus dem einen oder anderen Grund hab ich mich nie dazu aufgerafft. 
    Die guten Vorsätze fürs Jahr 2017 sind schon gefasst, vieles soll anders besser werden und das Design auf diesem Blog steht ganz oben auf der Liste.

Nun da ich meine Favoriten und meine Schwachstellen herausgestellt habe, bleibt mir noch ein wenig zu sinnieren und an einem Resümee zu basteln, bestimmt gibt es also bald schon mehr zum Abschluss von 2016 zu lesen.


Bis dahin, Gruß
Sophie

Dienstag, 20. Dezember 2016

Weihnachtsstricken die Sechste und Letzte

Es ist geschafft, hiermit beende ich offiziell meinen Strick-Marathon für das Jahr 2016. Pünktlich zu den Feiertagen kann ich euch heute eine neue Strickmütze zeigen.


Dieses auffällige Modell habe ich schon am Anfang des Monats gestrickt und voller kindlicher Freude auf allen meinen Weihnachtsmarktbesuchen getragen. Den ein oder andern Wassertest hat die Mütze also auch schon hinter sich.



Ein in Glühwein getränktes Kompliment hab ich auch schon bekommen, von einer mir vollkommen unbekannten Dame, die die Mütze für ihre Enkelin nachkaufen wollte. Ja, aus der Aussage „Die ist ja hübsch. Meiner Enkelin würde das auch gefallen, wo haben Sie die denn her?“ hab ich ein Kompliment heraus gehört – muss wohl auch am Glühwein gelegen haben.


Die Mütze hat mein altes genähtes Weihnachtswichtel-Modell aus Polyester mit Kunstfell ersetzt, welches ohne Umweg und Reue in die Tonne wanderte.
Die Weihnachtsmütze ist, wie schon Mütze und Schal aus dem Teil 03 des Strick-Marathon aus einem Kuschelgarn gestrickt und flauschig warm. Da werden die Ohren nicht kalt, nur die Haare sind manchmal nach dem Tragen ein bisschen aufgeladen.



Nun werden die Stricknadeln erst einmal zurück in die Schublade verbannt und bestimmt nicht vor dem nächsten Jahr herausgeholt. ;)
Meine Nähmaschine hat schon angefangen mich zu vermissen und jetzt wird es einfach noch mal Zeit den großen Stapel Kleider in Angriff zu nehmen, der sich zum Kürzen, Flicken und Abändern angesammelt hat.

Aber bevor ich mich wieder an die Handarbeiten gebe schaue ich mich jetzt erst mal beim Creadienstag um.

Bis bald
Gruß
Sophie